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Ausbildung im Ausland?

Wusstest du, dass du ein Viertel deiner Ausbildung auch im Ausland verbringen kannst? Bei einer normalen Ausbildungsdauer von drei Jahren sind das immerhin ganze neun Monate!

Es gibt spezielle Austauschprogramme für Azubis. Die helfen dir bei den Vorbereitungen, kümmern sich um deine Ankunft in dem fremden Land und sind Ansprechpartner bei Fragen und Problemen.

Eine Zeit lang im Ausland zu arbeiten, ist eine tolle Erfahrung. Sie wird dich persönlich und auch deine Karriere weiterbringen. Gerade im Bäckerhandwerk hast du tolle Möglichkeiten, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Gleichzeitig kannst du deine bisherigen Erfahrungen mit einbringen, denn die deutsche Brotkultur ist sehr beliebt und genießt ein hohes Ansehen in anderen Ländern.

Auszubildende Bäckerin im Ausland

Ein Auslandsaufenthalt hat einige Vorteile für dich:

  • Du meisterst eine neue Herausforderung.
  • Du sammelst Berufserfahrung im Ausland.
  • Du lernst Kollegen/innen aus anderen Ländern kennen.
  • Du besuchst interessante Seminare.
  • Du lernst eine fremde Sprache.
  • Du triffst auf neue Menschen und Kulturen.

Wenn du dich für einen Auslandstrip entscheidest, stehen dir viele Türen offen. Denn du kannst sogar in Hotels und anderen gastronomischen Betrieben arbeiten, in denen Bäcker/innen gefragt sind. Du kannst auf einem Kreuzfahrtschiff die Gäste versorgen, in einem internationalen Team arbeiten und ganz viele neue Orte kennenlernen.

Wenn du nach deiner Ausbildung fest im Ausland arbeiten willst, kannst du dich schon während deines Aufenthalts darüber informieren. Je nachdem, wohin deine Reise gehen soll, gibt es Bestimmungen, die zu beachten sind. Eventuell ist ein Visum oder eine Arbeitserlaubnis vonnöten. Die Sprache des Ziellandes zu beherrschen ist sicherlich von Vorteil.

Arbeiten, wo andere Urlaub machen!

Anleitung für deinen Auslandsaufenthalt

Eine Zeit im Ausland zu verbringen, ist aufregend. Du wirst neue Leute und eine neue Kultur kennenlernen. Damit du alles genießen kannst, musst du die Reise gründlich planen.

Vorbereitung ist alles! Deshalb solltest du dich für einen Auslandsaufenthalt auch nicht spontan oder kurzfristig entscheiden. Am besten sprichst du schon zu Beginn deiner Ausbildung mit deinen Vorgesetzten über deine Möglichkeiten. Diese neun Punkte helfen dir, deinen Trip vorzubereiten.

1.

Wo soll es hingehen?

Sicher hast du schon Ideen im Kopf, wohin die Reise gehen soll. Bevor du dich entscheidest, informiere dich aber umfassend über die Länder, die dich interessieren. Für dich zählen dabei nicht nur touristische Aspekte, sondern vor allem Fakten. Also wie der Alltag in dem Land aussieht, wie hoch die Lebenshaltungskosten sind und so weiter.

Weltkarte

2.

Terminkalender mit Terminen

Wann soll ich fahren?

Wann und wie deine Zeit im Ausland am besten in deine Ausbildung passt, besprichst du mit deiner Ausbildungsleitung. Sobald du dir die Idee in den Kopf gesetzt hast, kannst du auf deine Vorgesetzten zugehen. Neben möglichen Tipps für gute Adressen im Ausland können sie dir auch dabei helfen, dich mit Berufsschule und Handwerkskammer abzustimmen.

3.

Wie komme ich an eine passende Stelle?

Um im Ausland eine Arbeitsstelle zu finden, musst du nicht erst vor Ort sein. Die Ausbildungsberater der Handwerkskammern können dir helfen. Außerdem gibt es zahlreiche Austauschprogramme speziell für Auszubildende im Handwerk. Wir haben dir hier eine Liste mit möglichen Austauschprogrammen zusammengestellt, bei denen du dich näher informieren kannst.

Liste der Austauschprogramme

XChange ist ein Programm, mit dem du bis zu vier Wochen in die Schweiz, nach Österreich, Italien, Liechtenstein oder ins Elsass gehen kannst. XChange hilft dir, einen Ausbildungsbetrieb zu finden, gibt Tipps und bietet Ansprechpartner für die einzelnen Regionen. Zudem werden die Kosten für die Reise und deine Unterkunft unter Umständen übernommen.

xchange-info.net

Mit SINDBAD ins EU-Ausland, in die Türkei, nach Liechtenstein oder Island. SINDBAD ist ein Austauschprogramm für Azubis aus allen Ausbildungsberufen. Du erhältst Einblicke in die Betriebe und in die Arbeitswelt in deinem Gastgeberland. Je nachdem, wie lange du im Ausland bleibst, bekommst du auch finanzielle Unterstützung für deine Verpflegung und Unterkunft.

www.sequa.de

Mit GJØR DET kannst du bis zu zwölf Wochen in Norwegen arbeiten und leben. Da sich die skandinavische Küche stark von der deutschen unterscheidet, ist das vor allem in deinem Berufsfeld eine interessante Wahl. Das Austauschprogramm bietet dir Zuschüsse für deine Reise und Unterkunft.

www.siu.no

Mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) in die USA! Der Deutsche Bundestag vergibt jährlich Stipendien an Schüler, Studenten und junge Berufstätige. Damit können sie für ein Jahr in den USA lernen, arbeiten und leben. Das Stipendium übernimmt unter anderen deine Kosten für Reise, Aufenthalt und verschiedene Programme. Du würdest ein Community College besuchen und anschließend ein Praktikum in einem amerikanischen Betrieb machen. Das PPP ist sehr begehrt. Um teilzunehmen, musst du dich mindestens ein Jahr vorher bewerben.

www.bundestag.de

4.

Unterkunft für den Auslandsaufenthalt

Wie finde ich eine Unterkunft?

Manche Austauschprogramme helfen dir, eine geeignete Wohnung oder WG zu finden. Auch dein neuer Betrieb wird dir dabei helfen, ein Zuhause zu finden.

5.

Wie finanziere ich den Auslandsaufenthalt?

Auch wenn du im Ausland weiterhin dein Gehalt bekommst, reicht dieses Geld vielleicht nicht. Informiere dich vorab, wie viel Geld du etwa für deine Zeit im Ausland brauchen wirst, damit du besser planen kannst. Falls du mit einem Austauschprogramm reist, kannst du dich auch dort an die Ansprechpartner wenden. Manche Austauschprogramme bieten eine finanzielle Unterstützung an. Wenn du frühzeitig beginnst, dir immer etwas Geld zur Seite zu legen, hast du bis zu deiner Reise einen kleinen Geldpuffer.

Geld für den Auslandsaufenthalt

6.

Reisedokumente

Was muss ich vor der Einreise beachten?

Du musst vorab klären, ob dich eventuell Einreisebestimmungen erwarten, wenn du deine Reise antrittst. Es kann sein, dass du ein Visum oder einen zusätzlichen Impfschutz benötigst. Alle Informationen dazu erhältst du bei einem Konsulat oder der Botschaft des Landes, in das du reisen willst. Außerdem solltest du rechtzeitig prüfen, ob dein Ausweis und Reisepass lange genug gültig sind. Sie müssen auch sechs Monate nach deiner Rückkehr nach Deutschland noch gültig sein.

7.

Bin ich im Ausland krankenversichert?

Das solltest du vor deiner Abreise unbedingt mit deiner Krankenkasse absprechen. Es kann sein, dass dein Auslandsaufenthalt und die dortige Arbeit durch deine Krankenversicherung abgedeckt sind. Falls nicht, benötigst du eine zusätzliche Versicherung. Dann wird dir deine Krankenkasse genau erklären, wie du die bekommst und was du dafür benötigst.

Krankenversicherung für den Auslandsaufenthalt

8.

Kreditkarte

Wie dokumentiere ich meinen Auslandsaufenthalt?

Ein Auslandsaufenthalt nützt dir nicht nur während deiner Ausbildung, er macht sich später in deinem Lebenslauf auch richtig gut. Damit du deine Zeit im Ausland auch korrekt dokumentieren kannst, empfiehlt sich der "Europass Mobilität". Das ist ein international gültiges Dokument, mit dem du deine Referenzen nachweisen kannst. Dein Betrieb hilft dir, diesen Pass zu organisieren.

9.

Woran muss ich noch alles denken?

Denke beim Packen an alle wichtigen Dokumente. Trage sie bei deiner Reise immer griffbereit bei dir. Neben deinem Ausweis und/oder Reisepass darfst du auch deine EC- bzw. Kreditkarte nicht vergessen. Wenn du in ein Land mit anderer Währung reist, kannst du vor deiner Abreise Geld wechseln, damit du bereits bei deiner Ankunft in bar zahlen kannst.

Gepäck für den Auslandsaufenthalt

Auf der Walz

Vielleicht hast du den Begriff Walz schon mal gehört. Das ist ein sehr altes Wort, das eine ebenso alte Tradition aus dem Mittelalter beschreibt: die Wanderschaft von Handwerksgesellen.

Gelebte Tradition

Wenn du also Bäcker/in bist, ist die Walz auch für dich interessant. Nach ihrer Ausbildung gehen die Gesellinnen und Gesellen auf Wanderschaft durch Deutschland und die ganze Welt, mindestens für drei Jahre und einen Tag. Sie reisen von einem Betrieb zum nächsten und arbeiten jedes Mal für eine bestimmte Zeit mit.

Ein Bäcker auf der Walz

Um von A nach B zu kommen, fährt man aber nicht einfach mit dem Auto und nimmt auch nicht den Zug. Man geht zu Fuß, lange Strecken, und manchmal wird man auch per Anhalter mitgenommen. Auf der Walz führt man ein sehr einfaches Leben. Man nimmt nur das Allernötigste mit und lebt aus dem Rucksack. Technische Geräte, wie ein Handy, hat man auch nicht dabei.

Ausstattung für die Walz eines Bäckers

Du merkst schon, dass die Walz ein ganz besonderes Abenteuer ist. Falls du deine Meisterprüfung machen willst, hilft dir die Walz, sie zu bestehen. Denn auf deinen Reisen wirst du, ergänzend zu deiner Erfahrung aus Betrieb und Berufsschule, noch einiges dazulernen.

Kleidung eines Handwerkers auf der Walz

Linktipps

Um erste Informationen zu sammeln oder um eine Reise vorzubereiten, gibt es Websites, die dir dabei helfen, deinen Auslandsaufenthalt zu planen. Sie bieten Informationen über Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Auslandsaufenthalten, Checklisten und Musterverträge. Auch für deinen Betrieb können sie interessant sein.

Dein Weg ins Ausland

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