Quereinstieg Deine neue Chance

Deine aktuelle berufliche Tätigkeit ist nicht das Richtige? Dann ist ein Quereinstieg vielleicht die ideale Perspektive für dich. Das Bäckerhandwerk bietet attraktive Chancen, sowohl handwerklich als auch im Verkauf oder auf betriebswirtschaftlicher Ebene Karriere zu machen.

Der Quereinstieg in ein neues Berufsfeld ist heute üblich. Als Quereinsteiger/in hast du eine Ausbildung oder mehrere Jahre Berufserfahrung und suchst nach einer neuen Perspektive in einem branchenfremden Bereich. Engagierte Quereinsteiger/innen sind im Lebensmittelhandwerk gern gesehen.

Bäckereifachverkäuferin packt Brote ein

Quereinsteiger/innen sind gefragt

Als Quereinsteiger/in bist du in handwerklichen Berufen gefragter als je zuvor.

Viele Führungspositionen in handwerklichen Betrieben sind mit Frauen und Männern über 50 besetzt. Wenn diese in Rente gehen, fehlt es an qualifiziertem Nachwuchs. In dieser Situation öffnen sich viele Betriebe für die Idee des Quereinstiegs.

Viele Arbeitgeber suchen gezielt nach Quereinsteigern/innen und schreiben das auch in ihre Stellenanzeige. Es gibt ebenso zahlreiche Jobportale, die Ausschreibungen danach filtern, ob sie für Quereinsteiger/innen geeignet sind.

Übrigens: Auch Studienabbrecher/innen können einen Quereinstieg ins Handwerk wagen. Durch ihr Abitur verkürzt sich die Ausbildungsdauer bei ihnen um ein Jahr. Zudem können sie ihren Meister direkt im Anschluss an die Ausbildung machen. Mehr dazu auf Karriere Bäcker/in oder Karriere Bäckereifachverkäufer/in.

So klappt es mit dem Quereinstieg

Bei einem Wechsel in ein anderes Berufsfeld sind die ersten Schritte die wichtigsten.

Du hast eine Entscheidung getroffen und möchtest dich durch einen Quereinstieg beruflich weiterentwickeln. Nun geht es darum, die ersten Schritte konkret anzugehen.

Bäcker bei der Arbeit mit den Teiglingen

Praktikum oder Aushilfsjob

Den leichtesten Einstieg in dein neues Berufsfeld bekommst du über ein Praktikum oder einen Aushilfsjob. Auf diese Weise kannst du erste Erfahrungen in einer Bäckerei und Pluspunkte für deine späteren Bewerbungen sammeln. Und: Wenn du in einer Bäckerei schon den sprichwörtlichen Fuß in der Tür hast, ist eine Übernahme nicht so unwahrscheinlich.

Fachwissen aneignen

Fachwissen erhältst du vorab auch durch Förderprogramme und Seminare. Ob für den Verkauf oder die Backstube – in solchen Förderprogrammen werden dir die richtigen Werkzeuge an die Hand gegeben. Sie sind speziell auf Quereinsteiger/innen zugeschnitten und vermitteln das nötige Wissen in kurzer Zeit. Es gibt regional unterschiedliche Förderprogramme für Quereinsteiger/innen. Informiere dich am besten bei der Agentur für Arbeit. Eine Übersicht über mögliche Seminare findest du hier.

Bewerbung als Quereinsteiger/in

Auch wenn du keine Ausbildung zum/r Bäcker/in oder Bäckereifachverkäufer/in gemacht hast, kannst du dich bei deiner Bewerbung mit deinen Vorteilen von anderen Bewerbern abheben.

Üblicherweise kommen Berufseinsteiger/innen direkt von der Schule und sind noch sehr jung und unerfahren. Du hingegen kannst mit Lebenserfahrung punkten. Außerdem kennst du die Arbeitswelt und auch ein geregelter Arbeitstag ist für dich nichts Neues. Auch wenn du eine Ausbildung in einem anderen Bereich gemacht hast, verfügst du vielleicht über Fachkompetenzen, die du in deinen neuen Arbeitsbereich übertragen kannst.

Welche Aspekte du in deiner Bewerbung als Quereinsteiger/in besonders hervorheben solltest, zeigen wir dir hier.

Beim Quereinstieg geht es gerade darum, die nicht messbaren Kompetenzen in deine Bewerbung einfließen zu lassen. Du hast vielleicht keine branchenübliche Ausbildung, kannst aber mit anderen Vorteilen punkten?

Da du schon seit einigen Jahren Teil der Arbeitswelt bist, hast du schon viele Erfahrungen gesammelt und kannst diese im neuen Job nutzen. Beispielsweise bist du bereits in der Lage, in einer herausfordernden Situation den Überblick zu behalten, oder du kannst mit einer konstruktiven Kommunikation zur Problemlösung beitragen.

Wenn du in deiner Freizeit leidenschaftlich gerne backst, kannst du das in deiner Bewerbung angeben. Denn auch das sind Wissens- und Erfahrungswerte, die du schon besitzt. Außerdem zeigt es die Leidenschaft, die du für den Beruf hegst.

Verdeutliche in deiner Bewerbung, dass du auch als Quereinsteiger/in weißt, was dich erwarten wird im neuen Job. Das zeigt zum einen, dass du dich gut informiert hast. Und zum anderen, dass du sehr motiviert bist, da du dich mit allen Aspekten des Berufes auseinandergesetzt hast. Einen guten Eindruck macht es auch, wenn du in deiner Bewerbung zum Ausdruck bringst, dass du eine hohe Lernbereitschaft hast.

Quereinsteigerin Natascha Lingk

Natascha Lingk hat eine wahre Vorzeigekarriere hingelegt: verkürzte Ausbildung, als Zweitbeste abgeschlossen und jetzt leitet sie eine Filiale. Und das mit 25 Jahren. Dabei hatte sie zunächst nur als Aushilfe bei Malzers gearbeitet – um sich das Studium zu finanzieren.

„Ich bin noch so jung und schon Filialleiterin – das macht mich sehr stolz.“

Steckbrief

Name: Natascha Lingk

Alter: 25

Bisher: Studium abgebrochen, Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie, jetzt Filialleiterin

Betrieb: Im Ruhrgebiet ist Malzers Backstube jedem ein Begriff. Von Duisburg bis nach Dortmund hat die Bäckerei 150 Filialen und beschäftigt insgesamt ca. 2500 Mitarbeiter/innen. Die zentrale Backstube befindet sich in Gelsenkirchen.

"Ich war nicht glücklich im Studium."

Mit dem Abitur in der Tasche ging es Natascha so wie vielen anderen: Jetzt gehe ich studieren! Aber was genau eigentlich? Welchen Beruf will ich damit eigentlich ausüben? Naja, nicht so wichtig. Das Studium wird es schon regeln.

Und dann, mittendrin, merkte sie, dass sie nicht glücklich war. Dass die Stunden bei Malzers sie mehr erfüllten als die Zeit, die sie auf der Bank im Hörsaal verbrachte. Also tat sie das einzig Logische und orientierte sich neu. Jetzt musste es schnell gehen, denn es war Frühling. Ausbildungsbeginn ist immer im August, und eigentlich waren die Bewerbungsfristen schon verstrichen. Sie suchte nach Ausbildungsstellen, die noch frei waren, so lange, bis sie bei ihrem Aushilfsjob mit ihrem Chef sprach und er ihr eine Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie anbot. Das ist eine Ausbildung mit Perspektive. Denn bei Malzers werden die Fachleute für Systemgastronomie als Filialleiter/innen eingesetzt. Und auch darüber hinaus hat man auf dem Arbeitsmarkt zahlreiche Chancen: Man kann für Hotelketten oder Franchise-Unternehmen tätig werden. Ihre Ausbildung schloss Natascha nach gerade einmal anderthalb Jahren ab – Abitur, Fleiß und Vorwissen aus ihrer Zeit als Aushilfe haben dabei geholfen.

Jetzt gehören neben dem Verkauf und der Warenpräsentation auch administrative Aufgaben zu Nataschas Alltag. Sie kümmert sich um ihr Team, schreibt Schichtpläne, macht Bestellungen und hält Rücksprache mit ihren Vorgesetzten. Sie trägt viel Verantwortung – mit ihrem Studium hätte sie das sicher nicht so schnell erreicht. Natascha hat mit ihrem Quereinstieg voll ins Schwarze getroffen. Und das rät sie auch anderen. „Man sollte sich schon sicher sein, dass es auch das Richtige ist, was man machen möchte.“

Illustration Brote Illustration Brote

Interview

Wie würdest du jemanden überzeugen, ins Bäckerhandwerk zu wechseln?

„Wenn man den Umgang mit Menschen mag, nicht den ganzen Tag im Büro sitzen will und gerne neue Sachen lernt, dann ist das Bäckerhandwerk auf jeden Fall das Richtige.“

Was würdest du anderen Bewerberinnen und Bewerbern raten?

„Man sollte zeigen, dass man die Ausbildung machen will und dass man Spaß daran hat.“

Welche Fähigkeiten braucht man für die Filialleitung?

„Man sollte durchsetzungsfähig sein. Auch wenn ich mit meinem Team gut klarkomme, muss ich mich in manchen Momenten ihm gegenüber durchsetzen können. Wichtig ist auch, dass ich den Mut habe, mit meinem Chef zu reden, wenn mich irgendwas stört oder irgendwas vorgefallen ist.“

Welche Bereiche machen dir am meisten Spaß?

„Ich komme als Aushilfe aus dem Verkauf und das ist immer noch der Bereich, der mir am meisten Spaß macht. Und die Zusammenarbeit mit meinem Team.“

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

„Für die nächsten Jahre sehe ich mich hier im Unternehmen. Mir reicht die Position als Filialleitung. Ich arbeite gerne in dieser Position, vor allem mag ich auch den Kundenkontakt. Würde ich aufsteigen, hätte ich den nicht mehr.“

Dein Weg zum Quereinstieg

Illustration "Hol dir den Job"

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