PortraitBäckerin Frederike Knehans

Frederike Knehans hat auf Grundschullehramt studiert, sich aber gegen das Studium entschieden. Statt der Theorie sollte es die Praxis sein. Jetzt ist sie Bäckergesellin und will noch ihren Meister machen. Irgendwann wird sie das Handwerk mit der Pädagogik vereinen, da ist sie sich sicher.

„In meinem Studium fehlte mir immer irgendwas.“

Neben ihrem Studium hat Frederike als Aushilfe im Verkauf gearbeitet. Sie hat gemerkt, dass ihr der Umgang mit Lebensmitteln mehr zusagt als die Theorie des Studiums.

Steckbrief

Name: Frederike Knehans

Alter: 26

Bisher: Abitur, Lehramtsstudium angefangen, Ausbildung zur Bäckerin

Pläne: Meisterausbildung

Betrieb: Im Ruhrgebiet ist Malzers Backstube jedem ein Begriff. Von Duisburg bis nach Dortmund hat die Bäckerei 150 Filialen und beschäftigt insgesamt ca. 2500 Mitarbeiter/innen. Die zentrale Backstube befindet sich in Gelsenkirchen.

Also hat sich Frederike umentschieden, gleich zweimal sogar: Sie hat das Studium gegen eine Ausbildung getauscht und ist dabei vom Verkauf in die Backstube gewechselt. Der Verkauf hat ihr Spaß gemacht, aber darüber hinaus wollte sie noch etwas anderes. Ihre Leidenschaft hat sie zwischen Knetmaschinen und Backöfen gefunden. Beim „doppelten Wechsel“ war ihr der Betrieb eine Hilfe. Zwar musste Frederike wie alle Bewerber/innen ein Gespräch und einen Eignungstest bestehen, aber sie kannte das Unternehmen und die Produkte schon. Trotzdem war sie aufgeregt und erst mal etwas unsicher. Ein Klassiker – genommen wurde sie natürlich trotzdem.

Das Highlight der Ausbildung war ihr einmonatiges Praktikum in der Schweiz. Hier hat sie Produkte kennengelernt, die es im Ruhrgebiet so nicht gibt. Der Schweizer Betrieb hat auch eine eigene Confiserie. Hier konnte Frederike sich mit der Kunst der Pralinenherstellung auseinandersetzen.

Die erlernten Fähigkeiten und das neue Know-how kann Frederike nun auch bei Malzers einfließen lassen. Jetzt konzentriert sie sich aber erst mal auf den nächsten Schritt: den Meistertitel.

Illustration BroteIllustration Brote

Interview

Welche Voraussetzungen braucht man, um als Bäcker/in zu arbeiten?

„Man muss auf jeden Fall Lust auf das Handwerk haben. Es ist anstrengend und es ist auch von den Arbeitszeiten her anspruchsvoll. Aber wenn man dazu bereit ist und Lust darauf hat, ist es total super.“

Warum bist du stolz auf deinen Beruf?

„Weil das einfach ein schöner Beruf ist. Heutzutage begeistern sich leider nur noch wenige Leute dafür, und das finde ich sehr schade. Denn Bäcker/in zu sein ist wirklich toll.“

Was war ausschlaggebend, um von einem Studium zu einer Ausbildung zu wechseln?

„Das Handwerk bietet eine unglaubliche Bandbreite, man kann sofort voll einsteigen. Das Studium war natürlich nur Theorie, hier dagegen kann man direkt mit anpacken.“

Gibt es Teamarbeit in der Backstube?

„Teamgeist muss man hier haben, denn als Einzelkämpfer/in kann man die Produkte nicht herstellen. Man muss in der Gruppe arbeiten und der Zusammenhalt in der Gruppe muss stimmen.“

Welchen Tipp hast du für andere Bewerber/innen?

„Einfach sein, wie man ist. Verstellen kommt hinterher sowieso raus, das hätte für beide Seiten keinen Zweck.“

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