PortraitBezirksleiterin Marina Bleul

Ein Quereinstieg muss nicht immer bedeuten, ganz von vorne anzufangen. Wer schon mitten im Berufsleben steht, kann die Erfahrungen bei einem Wechsel einbringen und somit die Ausbildungszeit verkürzen. Auf diese Weise bietet ein Quereinstieg eine gute zweite Chance und zahlreiche Karrieremöglichkeiten.

„Ich dachte, na klar muss ich viel lernen und richtig Gas geben, aber ich hab mich getraut.“

Marina Bleul ist eine klassische Quereinsteigerin. Nachdem sie 1999 ihr Abitur gemacht hat, entschied sie sich für eine Ausbildung zur Mediengestalterin. Sie erhoffte sich einen spannenden Beruf, in dem sie ihre Kreativität ausleben kann.

Was sie bekam: einen schnelllebigen und übersättigten Markt, der stetig mit neuem Personal geflutet wird. Irgendwann musste Marina Bleul sich entscheiden: Um weiter als Mediengestalterin zu arbeiten, hätte sie ihre geliebte Heimat verlassen müssen. Oder aber sie suchte sich einen neuen Beruf. Vielleicht war es Zufall, vielleicht auch Schicksal, dass sie die Anzeige in der Zeitung sah: Malzers suchte Verkäufer/innen. Obwohl sie sich mit ihrem bisherigen Werdegang in eine andere Richtung entwickelt hatte, bewarb sie sich. Ein Thema, das auch beim Vorstellungsgespräch angesprochen wurde. Beide Parteien waren sich einig: Marina Bleul würde ihren Weg gehen. Dass es Möglichkeiten gibt, die Karriereleiter auch als Quereinsteigerin hinaufzuklettern, wurde von Anfang an kommuniziert. Ein weiteres Mal spielte der Zufall Marina Bleul in die Hände, als sie als Urlaubsvertretung in die Personalabteilung kam. Hier entfaltete sie ihr gesamtes Können und überzeugte ihre Vorgesetzten. Sie konnte gezielt an Schulungen teilnehmen, die ihre Fähigkeiten weiter ausbauten: das Fördern von und die richtige Kommunikation mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, beispielsweise durch Feedbackgespräche.

Heute ist Marina Bleul Bezirksverkaufsleiterin und verantwortlich für elf Filialen und 160 Mitarbeiter/innen. Ob sie noch weiter aufsteigen möchte? Erst mal nicht. „Ich bin mit meiner derzeitigen Position völlig ausgelastet, glücklich und zufrieden.“

Steckbrief

Name: Marina Bleul

Alter: 37

Bisher: hat als Mediengestalterin gearbeitet, dann Wechsel zu Malzers als Verkäuferin, jetzt Bezirksleiterin

Betrieb: Im Ruhrgebiet ist Malzers Backstube jedem ein Begriff. Von Duisburg bis nach Dortmund hat die Bäckerei 150 Filialen und beschäftigt insgesamt ca. 2500 Mitarbeiter/innen. Die zentrale Backstube befindet sich in Gelsenkirchen.

"Ich hätte meine Heimat verlassen müssen."

Illustration BroteIllustration Brote

Interview

Warum sind Sie stolz auf Ihren Beruf?

„Ich finde es toll, dass ich für 160 Mitarbeiter/innen verantwortlich bin, aber dass wir auch gleichzeitig ein supergutes Verhältnis haben. Ich spüre das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und das ich auch zu den anderen habe.“

Wieso ist Probearbeiten so wichtig?

„Man kann sich beim Probearbeiten in ein paar Stunden unter Beweis stellen und bekommt einen ersten Einblick in die Tätigkeiten. Gerade für Quereinsteiger/innen bietet das Probearbeiten eine gute erste Orientierung, bei der man gleichzeitig zeigen kann, dass man geeignet ist.“

Welche Fähigkeiten aus Ihrem vorherigen Beruf können Sie auch jetzt anwenden?

„Ich war es gewohnt, stressige Situationen zu bewältigen, mich selber zu organisieren und Termine im Blick zu halten. Das verschafft mir jetzt einen klaren Vorteil.“

Gibt es eigentlich auch männliche Verkäufer?

„Männer sind diesem Bereich immer noch rar gesät, aber das ändert sich so langsam. In meinem Bezirk habe ich zwei Männer im Verkauf. Aktuell liegt auch noch eine Bewerbung auf meinem Tisch.“

Was können sie denjenigen raten, die an einem Quereinstieg interessiert sind?

„Ich würde sagen, mutig sein. Sich einfach trauen. Zu sagen: ‚Okay, ich traue mir das zu!‘, und sich dann einfach darauf einzulassen.“

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