News Berichte aus der Welt der Brote

Was bei uns der Christstollen, ist in China der Mondkuchen. Diese Süßigkeit gibt es traditionell beim Mondfest, das jährlich am 15. Tag des 8. Monats des chinesischen Kalenders gefeiert wird. An diesem Tag soll die Laufbahn des Mondes ihren tiefsten Punkt erreicht haben.

Das Fest ist in China, ähnlich wie bei uns Weihnachten, eines der wichtigsten Familienfeste. Der Mondkuchen wird dabei gerne an Freunde, aber auch an Geschäftspartner verschenkt. Er besteht traditionell aus einer Teigpaste mit einer Füllung aus einer grünen Lotuscreme und Eigelb in der Mitte. Es gibt ihn aber auch mit vielen anderen Füllungen. Natürlich wird das Gebäck kunstvoll mit chinesischen Schriftzeichen verziert.

2014 schaffte es das unschuldige kleine Gebäck, Thema der Politik zu werden. Kurz vor dem Mondfest nutzten zahlreiche Bürger die Chance, um einflussreichen Personen Packungen mit Mondkuchen zu schenken. Doch das eigentliche Ziel zeigte sich erst nach dem Öffnen der Packung: Es wurden Handys, Geld, Gold oder auch Schmuck beigelegt. Es gab sogar professionelle Anbieter, die solche Kombi-Pakete im Wert von bis zu 12.000 Euro schnürten.

In der Zwischenzeit wurde ein Antikorruptionsgesetz verabschiedet und zahlreiche Personen wurden verurteilt. Das Verhältnis zu dem Gebäck hat sich gewandelt. Wo früher große Pakete an die verschiedensten Personen verschenkt wurden, wird Mondkuchen jetzt eher zum privaten Verzehr gekauft und nur noch in kleinen Packungen angeboten.

Zum Mondkuchen

In den 80ern und 90ern war Hermann ein Familienmitglied in vielen Haushalten.

Kaum war ein Kuchen gebacken, stand schon wieder der nächste Teig vor der Türe. Das System funktionierte wie ein Kettenbrief zum Essen. Meist bekamen die Kinder in der Schule eine kleine Portion Hermann-Teig geschenkt.

Die erhaltene Teigportion musste nach beigelegter Anleitung mit Mehl, Zucker und Milch gefüttert werden. Nach zehn Tagen teilte man den Teig in vier gleiche Portionen und verteilte zwei davon an Freunde. Eine Portion konnte man nun nach eigenem Wunsch erweitern. Und dann hieß es für Hermann: Ab in den Ofen! Und fertig war der Hermann-Kuchen. Die übrige Portion wurde natürlich entweder wieder nach Anleitung gefüttert oder ebenfalls weitergegeben.

Hermann war ein Sauerteig und bestand aus Milchsäurebakterien und Hefe. Der Ansatz für den Hefeteig vermehrte sich durch Fütterung und blieb dabei stabil. Hermann war sehr vielseitig. Nicht nur leckere Kuchen, sondern auch Brote ließen sich mit dem Multitalent anfertigen.

Wo Hermann geblieben ist, ist genauso unsicher wie die Antwort auf die Frage, wo und wie Hermann entstanden ist. Eine der zahlreichen Entstehungstheorien besagt, dass eine Frau zu Kriegszeiten ihren Mann bei seiner Rückkehr mit einem Kuchen überraschen wollte. Um jederzeit auf seine Ankunft vorbereitet zu sein, hat sie einen Teig zubereitet, der sich vermehrt und lange haltbar ist.

Was mit Hermann in Zukunft geschieht, hast du in der Hand. Hast du Lust, Hermann wieder zurückzubringen?

Der Kuchenteig Hermann

Die New York Times ist eine der bekanntesten überregionalen Tageszeitungen der USA. Jede Woche werden rund 4 Millionen Exemplare verkauft.

Neuigkeiten aus der Welt, aus Wirtschaft, Technik und Wissenschaft erreichen somit jeden Tag mehrere Millionen Menschen. Auch Themen wie Gesundheit und Ernährung sind natürlich vorhanden, jedoch weit nicht so populär. Doch ein Nahrungsmittel schaffte es zu einer kleinen Berühmtheit: das No-Knead-Bread.

Der Lebensmittel-Kolumnist Mark Bittman beschrieb die Methode 2006 in einer seiner Kolumnen. Er berichtete über einen Kurs bei Jim Lahey, bei dem er die Backmethode erlernt hatte. Diese Methode ist nicht neu und wurde schon 1999 erwähnt. Ihren Ursprung hat sie in Italien, sie erlangte jedoch erst durch den Artikel in der New York Times Aufmerksamkeit und Berühmtheit. Sogar im Blog der Süddeutschen Zeitung ist ein Bericht zu finden.

Das Besondere an dem Brot: Die Zeit nimmt einem die größte Arbeit ab, und Kneten ist nicht erlaubt. Persönlicher Aufwand: 5 Minuten. Die lange Ruhezeit sorgt für den außergewöhnlichen Geschmack des Brotes. Normalerweise muss Brot ständig geknetet werden, damit die Proteine im Mehl einen elastischen Teig bilden. Die große Menge an Wasser bewirkt hier, dass das Brot die Arbeit selbst macht. Die Ideale Lösung also für alle Vielbeschäftigten, die keine Zeit für das Backen finden, jedoch trotzdem nicht auf Selbstgebackenes verzichten möchten.

Falls ihr auch Lust habt, das No-Knead-Bread zu testen: Ihr findet im Internet zahlreiche Rezepte und Erweiterungsideen.

no knead bread

Der Kunde ist König. Das gilt auch im Bäckerhandwerk. Es ist wichtig, seine Kunden zu kennen und das Sortiment genau an deren Bedürfnisse anzupassen. Bäcker sein heißt somit nicht nur Backen nach Rezept, sondern auch Beobachtung der Kunden.

Auffallend ist, dass immer mehr Menschen an Unverträglichkeiten leiden. Unverträglichkeit gegen Gluten ist ein Leiden, bei dem das Bäckerhandwerk seine Kunden unterstützen kann. Gluten ist natürlicher Bestandteil aller gängigen Getreidearten. Seine Funktion beim Backen ist es, den Teig zusammenzuhalten. Ohne Gluten werden Backwaren brüchig.

Doch herkömmliches Mehl lässt sich durch andere Sorten ersetzen. Wichtig ist, dass man alternative Mittel zur Verdickung des Teiges beifügt. Alternatives Mehl sollte immer aus einer Mischung bestehen. Es werden verschiedene glutenfreie Mehlsorten und ein Bindemittel gemischt.

Zu den glutenfreien Mehlen gehören Buchweizenmehl, Mandelmehl oder auch Hirsemehl. Als Bindemittel können unter anderem Leinsamen oder Johannisbrotkernmehl verwendet werden. Außerdem benötigen glutenfreie Gebäcke mehr Wasser, da das Mehl das Wasser besser aufnimmt. Somit lassen sich bei konventionellen Rezepten nicht einfach die Mehlsorten austauschen, denn die Mengenangaben stehen nicht mehr im richtigen Verhältnis zueinander.

Viele bemängeln jedoch, dass glutenfreie Produkte geschmacklich nicht mit konventionellen Produkten mithalten können. Ein paar tolle, leckere glutenfreie Produkte anzubieten ist somit ein wichtiges Merkmal zur Kundenbindung und kann auch neue Kunden in den Betrieb bringen. Denn für ein Abendbrot, nach dem man nicht mit Bauchschmerzen zu kämpfen hat, gibt man auch gern ein paar Cent mehr aus.

Und noch ein Hinweis für die Profis: Als glutenfrei ausgelobte Lebensmittel dürfen laut gesetzlichem Grenzwert maximal 20 mg/kg Gluten enthalten. Das bedeutet, dass nur das Mehl zu wechseln evtl. nicht ausreicht, sondern das Produkt muss ggf. auch zeitlich oder räumlich getrennt von gultenhaltigem Getreide hergestellt werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.

Über Gluten

Auch interessant!